Sonntag, 22. Juni 2014

Sushi selbst gemacht

Dass mein Mann und ich liebend gerne Sushi essen, ist zumindest im Familien- und Freundeskreis kein Geheimnis. Essen gehen? Na klar, aber wenn möglich bitte zum Japaner :-)

Diverse Sushi-Restaurants in der Umgebung haben wir bereits durchgetestet, unsere Favoriten gefunden und schlemmen uns gerne durchs All-you-can-eat-Sushi-Laufband bzw. über die Bestellung via I-Pad.

Aber warum denn eigentlich immer nur essen gehen? Eigentlich kann man das doch auch selbst einmal ausprobieren, oder nicht? Einiges Zubehör für Sushi habe ich schon längere Zeit daheim, vor ein paar Jahren auch mal selbst getestet. Da das Ergebnis jedoch nicht das war, was ich wollte, verschwanden Bambusmatte und weiteres wieder im Schrank.

Doch neulich wollten wir es nochmal wissen! Wir lasen uns durch ein Sushi Kochbuch, stöberten im Internet, machten einen Großeinkauf beim Asiaten und.... sind vom Ergebnis so begeistert, dass wir mittlerweile schon öfter einen Sushi-Abend daheim eingelegt haben!


 Bei der letzten Aktion habe ich parallel in der Küche etwas mitfotografiert und daher folgen hier nun die Sushi-Kreationen aus dem Hause Cosmetic-Wife!

Zwei Dinge vorweg:
1. die meisten Zutaten habt ihr vermutlich nicht daheim und müsst erst einmal alles einkaufen gehen. Das kann sich ganz schön summieren, aber Produkte wie Sojasauce und Sherry kann man auch bei anderen Rezepten verwenden, anderes wie der Reisessig z.B. ist zudem sehr lange haltbar. Die Investition lohnt sich also :-)
2. Nehmt Euch für den Sushi-Abend etwas Zeit! Ihr seid mit Sicherheit nicht in 10 Minuten fertig, aber wer vielleicht öfter mal zusammen kocht wird auch hier bestimmt einen schönen Abend haben und vor allem ein leckeres Essen erhalten :-)



Los gehts!

Das A und O beim Sushi ist - der Reis!! (und kocht den um Himmels willen nicht nach der Anleitung auf dem Reis-Päckchen - das schmeckt langweilig und hat mit dem eigentlichen Geschmack von Sushi-Reis überhaupt nix gemeinsam!)

Zutaten für den Reis:
ca 500 gramm Sushi-Reis
Wasser zum Reis kochen
4-5 EL Reiswein oder trockener Sherry

Würzmischung für den Reis:
7 EL Reis- oder Sherryessig
4 EL Zucker
2 EL Reiswein
1 EL Salz
1 EL Sojasauce


Den Reis in ein Sieb geben und unter fließendem Wasser waschen, bis das Wasser klar abläuft. Danach gut abtropfen lassen und noch ca 10 Minuten quellen lassen, dabei ab und zu etwas umrühren.


Danach den Reis in einen Topf  mit ca. 3-4 Tassen Wasser (bis der Reis bedeckt ist) geben und den Reiswein bzw. den Sherry (wir haben Sherry genommen) direkt mit reinkippen.


 Alles zugedeckt aufkochen lassen und bei milder Hitze ziehen lassen, bis das Wasser aufgesogen ist. Falls ihr zuviel Wasser verwendet habt, ist das auch kein Problem! Probiert den Reis vorsichtig, ob er schon gar ist. Dann einfach das überschüssige Wasser z.B. mit Hilfe eines Siebes abgießen.

Zum abkühlen haben wir den Reis in eine Schüssel gegeben:


Jetzt muss die Würzmischung dazu, damit der Reis später auch wirklich schmeckt!

Dazu einfach die Zutaten für die Würzmischung in ein Gefäß, z.B. einen kleinen Messbecher oder eine Tasse geben und alles miteinander verrühren.
Nicht erschrecken: die Würzmischung sieht dunkel-bräunlich aus, aber der Reis wird dadurch farblich kaum verändert!!

Sobald die Würzmischung gut vermischt ist, einfach vorsichtig über den Reis gießen und gut unterheben:


Der Reis muss jetzt nur noch etwas abkühlen - am besten stellt ihr ihn dazu beiseite und rührt nur ab und zu etwas um. Und wundert Euch nicht, wenn er etwas klumpig-klebrig aussieht... das ist Sushireis!! Das muss so sein!! (Man nennt ihn übrigens auch Klebreis :-)


So, ist der Reis abgekühlt? Dann könnt ihr Euch ans Gestalten der Sushi's machen! Kauft als Füllung bzw. "Belag", was Euch gefällt. Das kann z.B. Forellenfilet sein, geräucherter Lachs oder geräucherter Heilbutt, Garnelen aber natürlich auch vegetarisches wie z.B. Karottensticks, Avocado, Gurke oder aber ihr backt ein Omlett,  das ihr in Streifen schneidet und einsetzt.
Selbstverständlich geht auch frischer Fisch aus der Fischtheke, aber hier empfehle ich nur absolut, top frischen Fisch zu nehmen beim Fischhändler Eures Vertrauens und nicht vom Supermarkt aus der 50%-Theke. Ihr esst das Zeug jetzt schließlich roh und wollt keine Salmonellen haben! (An dieser Stelle lehne ich auch jegliche Verantwortung für etwaige Fischvergiftungen ab!! )
Lasst Eurer Fantasie freien Lauf und kauft, auf was ihr Lust habt!

Hier die Dinge, die wir gekauft und verwendet haben:


  • Surimi-Sticks (Krebsfleisch)
  • Krabbencreme
  • Räucherlachs
  • kleine Garnelen
  • Octopus Carpaccio (was gaaanz leckeres, aber nicht jedermann's Fall!)
Zudem braucht ihr für das Sushi noch
  • Algenblätter (Noriblätter)
  • eine Bambusmatte (gibts z.B. im Asia-regal im Supermarkt oder direkt im Asia-Laden)
  • Wasabi-Paste
  • ggf. Küchenrollenpapier
  • sehr scharfes Messer
 Da ich keine Lust habe, meine Bambusmatte nach erfolgter Sushi-Sauerei-Kochkunst komplett putzen zu müssen und die Reiskörner zwischen den einzelnen Bambus-Stäbchen herauszupuhlen, lege ich einfach noch ein Blatt Küchenpapier zwischen Bambusmatte und Algenblatt. Das erspart einige Putzarbeit und die Matte ist nicht nac der ersten Sushi Rolle komplett versaut!

So sieht übrigens die Bambusmatte aus.....



... und das ist die Anordnung, wenn es ans Sushi-Rollen geht:


 Nehmt jetzt eine Portion Eures Sushi-Reises und gebt ihn auf das Algenblatt. Kommt bitte nicht auf die Idee, diese Algenblätter im Vorfeld in Wasser einzuweichen!
 Das Algenblatt ist nämlich zu Beginn absolut trocken und brüchig, aber bei Kontakt mit dem Reis wird es sofort ganz weich, anschmiegsam und passt sich dem Reis an.
Den Reis könnt ihr entweder mit den Händen auf dem Algenblatt verteilen und dünn andrücken oder ihr nehmt ein Messer und verstreicht ihn damit. Lasst dabei ca. 1-2 cm Rand an einer Seite des Blattes! Würdet ihr alles mit Reis bestreichen, quillt Euch das Zeug später beim Rollen  aus allen Enden und Ecken aus der Rolle raus! Durch den Rand jedoch klebt das Algenblatt an der Rolle fest und sieht so sauberer aus.


Ist der Reis verteilt, könnt ihr Euch ans Belegen machen.
Hier habe ich z.B. eine Variante mit Krabbencreme und Garnelen. (Und wichtig: immer nur einen schmalen Streifen in der Mitte belegen, nicht die ganze Reisfläche ähnlich wie eine Pizza belegen! Das bekommt ihr nie und nimmer zur Rolle gerollt!)
  

Ist der Belag drauf? Dann geht es jetzt ans Rollen!
Die Sushi Rolle von der Längsseite her mitsamt der Bambusmatte aufrollen, dabei gleichmäßig und fest andrücken! Evtl. auf 2 oder 3 x ansetzen, dabei dran denken dass ihr die Küchenrolle und die Bambusmatte nicht mit einrollt :-)
Nicht verzweifeln, die ersten 1 oder 2 Rolleversuche können etwas locker sein und die Füllung fällt Euch wieder raus, aber das gibt sich mit ein wenig Übung. Außerdem hört es sich viel komplizierter an, als es ist. Probiert es einfach aus, dann wisst ihr was ich meine:

Sushirolle von der Längsseite her aufrollen. Der freigelassen Rand sollte dabei erst am Schluss aufgerollt sein!

Einmal "umrollen", dabei schon etwas fest drücken, damit die Sushirolle eng zusammen bleibt. Dann nochmal mit der Bambusmatte neu ansetzen und...

... den Rest aufrollen. Wieder fest andrücken!
Hat es geklappt? Dann könnt ihr jetzt Eure Sushirolle auf ein Brett geben und mit einem scharfen Messer in gleichgroße Scheiben schneiden:


Hier sind weitere Varianten, die wir in die Sushirollen gefüllt haben:

Räucherlachs

Surimi Krebsfleisch (dafür habe ich das Algenblatt im Vorfeld halbiert, das gibt die kleineren Sushi's, auch MAKI genannt)

Oktopus mit Krabbencreme

fertige Maki mit Surimi Krebsfleisch


Dann gibt es noch eine Variante, die wir gemacht haben.
Dazu haben wir den Reis zu länglichen Stückchen, ca. Daumendick geformt.


Jetzt einfach ein Mini-Klecks Wasabi auf die Reisrolle geben und dann mit dem Lachs bzw. mit dem Oktopus belegen (und durch den Wasabi-Klecks hebt der Fisch etwas besser, wirkt wie ein Klebstoff :-)



Tobt Euch aus, seid erfinderisch mit Eurem Belag und der Füllung.

Damit wünsche ich Euch viel Spaß beim ausprobieren und nachmachen und wünsche Euch einen tollen Abend mit viel Schlemmerei und natürlich

Guten Apetitt!!!







Kommentare:

  1. Hallo Mareike,
    sehr schön beschrieben und bebildert! Wir haben schon EEWIG kein Sushi mehr selbst gemacht, leider! Das ist schon Jahre her. Meine Eltern sind da eigentlich auch total wild drauf, die würden sich sicher mal wieder freuen :) Danke für deine Inspiration! In letzter Zeit gehen wir wenn dann eher Sushi essen, klar das ist ein teurer Spaß aber dauert net ganz so lang wie das Selbstrollen ;-) Glaube von dir hatte ich damals auch den Tipp für das All-You-Can-Eat Sushi in Karlsruhe bekommen *freu* Da müssen wir auch uunbedingt mal wieder hin!
    Dieses Octopus Carpaccio klingt ja interessant, kenne ich garnicht. Ist das dann roh? Gibts das beim gut sortierten Supermarkt oder eher im Asialaden?
    Ich habe noch nen kleinen Tipp bzw. Anregung, du schreibst, ein Küchentuch zwischen Noriblatt und Bambusmatte legen. Das kannte ich zwar noch nicht, stelle es mir aber evtl ein bissl tricky vor? ;-) Wir haben die Bambusmatte einfach immer komplett in eine Gefriertüte eingetütet und ggf. am Ende bissl mit Tesa fixiert. Da die Tüte genau das Format hat, ging das super und es kam kein Babbzeugs an die Bambusmatte, auch von den klebrigen Fingern dann nicht :)

    Ganz liebe Grüße,
    Kathi

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    1. Das Octopus Carpachio haben wir im Marktkauf gefunden im Kühlregal. Mein Mann meint, dass es roh war, ich könnte es jetzt nicht beschwören. War aber super lecker, die Reste davon haben wir einen Tag später als Spaghettisauce verkocht mit ganz viel Knoblauch :-)
      Und ja, das Oishi habe ich mal erwähnt (und ich wiederum habe den Tipp von Ahnungslose Wissende *gg*) , das ist einfach super lecker da aber man hat halt gleich mal 60-70 Euro incl. Getränke weg.

      Danke für den Tipp mit der Gefriertüte, das muss ich mir merken. Und es geht übrigens mit der Küchenrolle. Man muss ja auch aufpassen, dass die Bambusmatte selbst nicht eingerollt wird, da hebt man einfach das Küchenrollenblatt dran fest .-)

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  2. Man kann die Bambusmatteauch mit Frischhaltefolie umwickeln.. das hält locker ne komplette Sushiherstellung durch und da die sehr biegsam ist, ist das Rollen auch kein Problem..

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    1. Danke für den Tipp, das hört sich auch gut an. Dann habe ich ja künftig diverse Alternativen, was ich am besten verwende :-)

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  3. Meine Freunde und ich machen auch öfter zusammen Sushi. Was ich dir auch empfehlen kann dazu sind in Tempura frittierte Krabben, die sind echt lecker. Und Inarisushi sind auch immer schnell gemacht.

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  4. Wir haben uns auch schon vor Ewigkeiten vorgenommen, mal Sushi zu machen - bisher ist nix passiert. :D Deine Anleitung ist wirklich toll und ich behalte sie im Hinterkopf für den Fall, dass wir uns doch noch aufraffen.

    PS: "Mfrrrrrrrrrrrrrrfffffffffffffffffffinuten" - wer ist Dir denn da über die Tastatur getapert? xD

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    1. Haha, danke für den Hinweis, das hab ich nicht gesehen :-) Nelson lag wieder mit der linken Hinterbacke quer auf der Tastatur - ich korrigiere zwar nonstop "seine" Tippfehler, aber da muss er sich gerade gedreht haben und ich habe es nicht gemerkt *lach*

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    2. Hättest Du ruhig lassen können. Ich fand's süß und hatte mir so etwas in der Art schon gedacht. xD

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  5. wow! toll! ich bewundere das immer, wenn jemand so viel geduld hat! schöne anleitung!
    wir gehen oft sushi essen ... bei uns gibt es in der nähe "einen japaner" ... 12 lachs sushi kosten ca 5 €

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  6. Danke für die Tipps :)
    Ich bin bislang am Reis gestorben. Der wurd be mir immer ganz matschig. Die Würzung klingt ultra lecker :D
    Ich muss mir meine Sushi sebst machen... denn dummerweise mag ich keinen rohen Fisch und auch keine Gurken... ~.~ Dagegen steh ich total auf Avocado, Möhren, Teriyaki Hähnchen, gebratenen Lachs, Thunfischpaste und Omelett Sushi. Sorten, die man nicht so leicht findet weil sie nicht klassisch sind.

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